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Donnerstag, 3. Oktober 2013

Rezension, Catharina Bruns: Work is not a Job


 
 
Rezension
                                                                                        
Catharina Bruns
Work is not a Job

Was Arbeit ist, entscheidest Du!
 

Verlag Campus, Frankfurt 2013

ISBN:978-3-593-39998-0

 
Die Autorin ist eine begeisterte Selbständige, die diese Erfahrungen anderen schmackhaft macht. Es ist ein kreatives und sinnliches Buch, mit viel Humor, abwechslungsreich geschrieben und illustriert. Es ist in ganz kurzen Merksätzen erfassbar, oder auf sehr nachvollziehbare Weise geschildert und begründet. Worum geht es ihr: um eine neu Form der Arbeit. Arbeit ist unser Leben, es ist das, womit wir die meiste unserer Zeit verbringen, also macht es Sinn darin lebendig zu sein, und vor allem: selbstbestimmt. Sie schreibt provokant und realitätsnah. Es ist kein theoretisches Werk, sondern eine Aufforderung zu beginnen, zu handeln, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wieso? Weil es Sinn macht für sich selbst und für andere. 

Sie differenziert zwischen einem Job, der Karriere und der Berufung. Dabei setzt sie Karriere sehr mit dem Aufstieg innerhalb einer großen beruflichen Organisation gleich. Ich fasse den Begriff weiter, und daher ist meiner Ansicht nach Karriere gerade dann erfolgreich, wenn sie durch die eigene Berufung (der Ambition) genährt ist. Ich bin ganz bei der Autorin, wenn sie schreibt: „Ich bin, was ich tue“. Ihr geht es um die Entwicklung von „Entrepreneurship“, Selbständiges Unternehmertum, das eine unternehmerische Denk- und Handlungsweise beinhaltet, die die Umsetzung eigenen Ideen ermöglicht. Außer guter Ideen bedarf es dafür hinaus: Selbstverantwortung, Selbstorganisation, Selbststeuerung und nicht zuletzt Selbstvertrauen. Der innere Antrieb dafür ist es: zu tun, was man gerne tut. „Erfolgreich ist, wer an Dingen arbeitet, die ihn tief bewegen. (S.71)“. Ihre zentrale Botschaft ist daher: „Liebe, was Du tust!“ 

Die Autorin wird konkret: Sie schreibt über Geld, über den Blick auf Kunden, und sie macht Mut für den ersten kleinen Schritt. Aus ihm ergibt sich der nächste kleine Schritt: handeln, anstatt zu sehr nach dem Idealen zu suchen ist ihr Motto. Mit leidenschaftlichem Interesse an sich selbst, der Welt und der Offenheit und Begeisterungsfähigkeit sich auf den Weg und an die Arbeit zu machen, dazu motiviert die Autorin. Ihr Anliegen ist es: Arbeit zu leben, die dadurch Flow ermöglicht, in er man aufgeht und sie um ihre selbst willen immer wieder gerne tut. 

Gerade für junge Menschen, die sich für eine Anpassung in einer sie nicht erfüllenden Arbeit verbiegen, ist das Buch ein Balsam und ein Mutmacher, um sich auf den eigenen beruflichen Weg zu begeben und Selbstverantwortung für ihr (Arbeits-)Leben zu übernehmen. Das beinhaltet: Falsche Sicherheit loszulassen und stattdessen die Sicherheit in der eigenen Herzensbotschaft zu suchen und sich dem zuzuwenden, was wirklich Spaß macht und dadurch auch die Kraft gibt, die Probleme, die bei jeder Arbeit auftauchen, zu meistern. Sie ermutigt, die eigene persönliche Begabung zu suchen und sich in einen unaufhörlichen Prozess „der Kultivierung und Vervollkommnung (S.145)“ zu begeben. Dies ermöglicht eine Arbeit, die authentisch mit der eigenen Persönlichkeit ist. Zugleich ist sie für andere von Wert: „Der Wert unserer Arbeit besteht in dem, was wir bereit sind, der Welt anzubieten. (S.151)“ 

Wenn ich auf meinen eigenen Erfolgsweg zurückblicke, der 25 Jahre früher als der der Autorin begonnen hat, so kann ich Ihre Thesen und Erfahrungen nur aus vollem Herzen bestätigen: ich habe meinem Herzen vertraut, ich habe das zu meinem Beruf gemacht, was ich noch heute von Herzen gerne tue, ich bilde und entwickle mich unaufhörlich weiter, weil es mir Spaß macht und ich habe mir letztlich einen Beruf geschaffen, den es in mir als Vision gab, doch damals noch nicht in der realen Welt. 

Spaß beim Lesen werden Sie sicherlich haben - Die Handlungskraft und den Mut ihre Begabung zu leben wahrscheinlich ebenso!

Mittwoch, 4. September 2013

Rezension, Kristin Neff: Selbstmitgefühl. Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden

 
 
Rezension
 


Kristin Neff
Selbstmitgefühl
 

Wie wir uns mit unseren Schwächen
versöhnen und uns selbst der beste Freund werden
 
Verlag Kailash, München 2012
ISBN:978-3-424-63055-8

 
 
Das eigene Potential zu realisieren und erfolgreich sein zu wollen ist eine starke Motivation. Diesen Weg in der aktiven Auseinandersetzung mit den Erfordernissen beruflichen Feldes zu gehen, schafft Erfolge. Doch dieser Weg ist nicht so eindimensional, wie wir vielfach glauben, oder uns glauben gemacht wird: „geht nicht gibt’s nicht!“ Es gibt immer wieder Hindernisse und Probleme. Diese liegen nicht nur in der eigenen Unzulänglichkeit, sondern auch in äußeren Gegebenheiten. Diese nicht zu sehen, verortet die Ursachen für Misserfolg einseitig in die eigene Person und Misserfolg wird damit Teil des eigenen Versagens oder der individuellen Unzulänglichkeit. 

Wie sehr gerade bei Frauen der Karriereweg von strukturellen Bedingungen in Unternehmen abhängt ist nicht Thema, doch wie diese individuell verarbeitet werden, dazu kann das Buch der amerikanischen Psychologie Professorin Kristin Neff Erhellendes und Nützliches beitragen. 

Fehler zu machen ist menschlich, daraus zu lernen ist die Aufgabe um langfristig erfolgreich zu sein. Um das zu können braucht es eine liebevolle Beobachtung dessen, was geschah. Lag es wirklich in der eigenen Macht das zu ändern? Wenn nicht, gilt es eigene Einflussfaktoren, die gesteuert werden können herauszufinden. Was kann ich in mir verändern? Was sind Stellschrauben in der sozialen Umgebung an denen angesetzt werden kann?  

Frauen fällt das vielfach schwer. Sie verlangen von sich bereits Können, wo es um den Mut des Ausprobieren von Neuem geht. Wenn Sie noch nie geführt haben, wie wollen Sie wissen, ob Sie eine gute Führungskraft sind? Sie können sich dieser neuen Erfahrung nur Aussetzen und aus den dort gemachten Erfahrungen lernen. Lernen gelingt am besten durch eine liebevolle, achtsame Selbstwahrnehmung und eine nicht wertende Beobachtung der Realität. Nicht „wie sie sein sollte“, vor allem nicht „wie Sie selbst sein sollten“ ist das Thema, sondern wahrnehmen, was ist. Nach diesem ersten Schritt der nichtwertenden Wahrnehmung, entdecken Sie Handlungs- und Veränderungsmöglichkeiten. 

Gerade der sehr hohe Anspruch von Frauen an sich selbst ist dabei „ein zweischneidiges Schwert“. Einerseits treibt der eigene hohe Anspruch zu Höchstleistungen. Andererseits verhindert  er so locker bleiben zu können, dass Fehler sein dürfen. Je mehr der eigene Anspruch die Form des Perfektionismus annimmt, umso schwerer ist es, sich spielerisch Neuem zu öffnen und damit noch unerkannte Potentiale zu entdecken, zu erschließen und zu erproben. Um die eigene Ambition voll entfalten zu können, bedarf es immer wieder den Mut sich auf eigene Facetten einzulassen, die noch nicht ausgereift und integriert sind, die eben nicht den perfekten Anspruch erfüllen. Je mehr das Selbstwertgefühl von einem Bild der Perfektion geprägt ist, umso mehr verhindert es die ersehnte Vervollkommnung. Dieses Paradoxon können Sie durch die Entwicklung von Selbstmitgefühl auflösen. Es geht dabei um die Stärkung der eigenen Wurzelkraft, der Fähigkeit innere seelisch-körperliche  Kraftquellen zu erschließen. 

Was genau ist Selbstmitgefühl?  

Der amerikanischen Psychologin und Wissenschaftlerin gelingt es in einem leicht verständlich geschrieben Buch dieses komplexe Thema zu behandeln. Die Quelle des Wissens liegt in der Integration von buddhistischen Weisheiten in die moderne Psychologie, vor allem in den Umgang mit Stress und der Entwicklung von Selbststeuerung und Resilienz. 

Die drei Bestandteile des Selbstmitgefühls (Selfcompassion) schildert Neff ausführlich in drei Kapiteln:

-      Selbstfreundlichkeit (Selffriendliness). Mitgefühl und Freundlichkeit anderen Menschen gegenüber gehört zur sozialen Kompetenz, die vielen Frauen leicht fallen. Doch leider ist es nicht Selbstverständlich, sich so liebevoll zu behandeln, wie andere. Wieso das so ist, erklärt Neff sehr anschaulich.

-      Verbindende Humanität (Connecting humanity). Hier ist das Wissen um das Leiden, das zum Menschsein dazu gehört, zentral. Es geht dabei nicht darum Opfer zu sein, sondern in diesem Wissen sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen und daraus die eigene Selbstwirksamkeit erweitern zu können. Ausführlich beschäftig sie sich mit dem Thema Perfektionismus (s.96 ff)

-      Achtsamkeit (Mindfullness). Wie geht es dieses Wissen und diese Erkenntnis in das gelebte Leben umzusetzen? Dies erklärt sie umfassend und anwendungsnah.  

Wollen Sie darüber hinaus:

-      wissen was der Unterschied von Selbstwertgefühl und Selbstwertschätzung ist?

-      durch einen Test herausfinden, wie intensiv ihr Selbstmitgefühl ausgeprägt ist – sie finden ihn am Ende des Buches

-      fundierte Erkenntnisse über Mitgefühl, Selbstmitgefühl und die Verbindung zu beruflichem und persönlichem Erfolg erhalten? In viele wissenschaftliche Studien finden sie vielfältige Belege und umfangreiche Literaturangaben.

-      Selbstmitgefühl ausprobieren? Sie erhalten durch vielfältige und gut beschrieben Übungen die Möglichkeit auszuprobieren, ob die Praxis des Selbstmitgefühls für Sie eine Bestärkung darstellen kann. Doch auch hier gilt, was bei Sport und allen Übungen mit Körperwahrnehmung zutrifft: Übung macht die Meisterin. 

Viel Freude beim Lesen und Erfahren!

Rezension, Silvia Hess Kottmann: Die Selbsterfindung erfolgreicher Führungsfrauen


Rezension

Silvia Hess Kottmann:
Die Selbsterfindung erfolgreicher Führungsfrauen

Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach 2013

ISBN:978-3-89741-325-8

Welche innere Haltung treibt Führungsfrauen hin zum Erfolg? Mit dieser Frage befasst sich die Autorin Dr. rer.pol. Silvia Hess Kottmann. Sie promovierte zu diesem Thema in Gender Studies an der Universität Basel. 

Wie sehen sich die Führungsfrauen und welches sind Ihre Erfolgsgeheimnisse, das erfragte die Autorin in qualitativen Interviews. Das spannende an dieser Studie ist es, dass die Führungsfrauen befragt wurden und uns diese Ergebnisse qualitativ ausgewertet vorliegen. Sie findet acht zentrale Stellschrauben für die Realisierung der eigenen Ambition. Sie alle liegen in der Frau selbst. Sie sind also durch eigene Handlung beeinflussbar, was die Selbstwirksamkeit als einen zentralen Hebel für Erfolg ausmacht. Führungsfrauen sehen sich als selbst bestimmende Akteurinnen ihrer Karriere. Dabei ist ihnen die strukturelle Thematik der „maskulinen“ Führungswelt durchaus bewusst. Die Autorin findet folgende interessante Ansatzpunkte (s.114): 

-      Sich selbst Ursprung sein

-      Grenzen erfahren und überschreiten

-      Im Einklang mit sich sein

-      Sich selbst vertrauen

-      Sich auf dem eigenen Weg unterstützen lassen

-      Zwischen Carpe Diem und konsequenter Karriereplanung

-      Sich reinhängen

-      Als Sololäuferin exponiert sein 

Frauen wollen führen, um etwas zu bewirken. Sie beginnen dabei bei sich selbst. 

Die Autorin zeigt auf, dass die heute erfolgreichen Führungsfrauen den „maskuline Code“ zum Erfolg geknackt haben, ihn durchschauen. Doch sie übernehmen ihn nur dort, wo er für sie zielführend ist. Sie suchen und finden ihre eigenen Wege. Selbstführung ist dafür ein zentraler Ansatzpunkt. Sie waren ihre Eigenständigkeit in ihrem Führungsverhalten auch dann, wenn sie um Unterstützung nachfragen und diese auch annehmen: „I do it my way“.
 
Frauen sprechen sich gegen eine Präsenzkultur aus, in der Effektivität mit Anwesenheit verwechselt wird.

Sie probieren aus und sie suchen sich ihren Weg. Dabei sind sie von der Sinnhaftigkeit ihres Tuns geleitet, oder wie die Autorin schreibt: Erfolgreiche Führungsfrauen folgen ihrem „path with a heart“ und nicht zwangsläufig dem „path to the top“.

Hier entdeckt die Autorin eine Ethik der Anteilnahme und Bezogenheit, die es den Frauen ermöglicht sowohl in Kontakt mit sich, mit anderen, als auch mit ihren Zielen zu sein. Diese Fähigkeit die Komplexität von Führung und Selbstführung zu realisieren, zeigt sich als Schlüssel zu einem sinnerfülltem Erfolg. 

Authentizität und den Mut zu haben, die eigenen Werte zu leben, lässt die Karriere zu einer Realisierung der eigenen Ambition werden. Erfolgreiche Führungsfrauen pflegen die Beziehung zu sich, sie leben keine strikte Trennung zwischen Karriere und Leben und suchen daher in der Art und Weise, wie sie arbeiten den Flow. 

Es ist Aufschlussreich die einzelnen Handlungsschritte nachzuvollziehen, gerade bei Themen wie Grenzen. Sie zu erfahren und sie zu ziehen -  beide Aspekte sind wichtig. Sich diese oder andere Erfahrungen der Führungsfrauen bewusst zu machen und sie dadurch als Rolemodel zu nutzen, um das eigene Handlungsspektrum zu erweitern, ist ein Beitrag, den dieses Buch leisten kann.

 

 

Samstag, 12. Mai 2012

Das innere Feuer zum Lodern bringen - brennen ohne auszubrennen - Erfolg durch Selbstmanagement


Für eine Sache zu brennen ist sicher das, was wir uns immer wieder sehr wünschen, weil es bedeutet, wir sind voller Leidenschaft, sei es für eine Sache, sei es für eine Person und es ist ein wunderbares Zeichen von Lebendigkeit. Frauen waren auch immer Hüterinnen des Feuers: Hier könnte dies, als eine Form des Selbstmanagements, neue und sich selbst nährende Bedeutung erhalten.

Das innere Feuer ist ein Synonym für unsere Lebensenergie, Lebendigkeit und Lebenskraft. Wenn ich es in einen Kontext der chinesischen Philosophie stelle, beschreibt es die Yang Seite des Qi. In unserem westlichen Kontext, beinhaltet das Feuer, die Kraft zu haben, das zu tun, was ich tun möchte. Das innere Feuer kann ein geistiges Feuer sein - inspirieren, ein Gedanke, ein Gedankenblitz. Es kann auch die Vitalität ausdrücken, die körperliche Lebendigkeit und ebenso den inneren Antrieb, die Motivation, all das, was ich an Ideen, Visionen, Ziele, die ich habe, in Handlung und in Aktionen umsetzen lässt, die Erfolg ermöglicht. Es ermöglicht tätig und aktiv zu sein in einem Zustand des Flow, der kreativsten und lebendigsten Form von Aktivität.

Wenn wir uns ein Feuer vorstellen, das wir zum Lodern bringen möchten, so haben wir einmal das Brennmaterial selber im Augen, es ist aber auch sehr sinnvoll zu schauen: wozu wollen wir das Feuer überhaupt zum Lodern bringen? In der Regel fangen wir mit dem an, wozu wir überhaupt ein Feuer brauchen. Soll das Feuer uns wärmen? Soll das Feuer uns einfach Freude bereiten? Je nachdem wozu wir ein Feuer benötigen, suchen wir uns einen angemessenen Platz und schaffen Rahmenbedingungen für das Feuer. Wir alle wissen, ein unkontrolliertes Feuer ist gefährlich. Wir wissen aber auch, ohne Feuer kein Leben. Erst als zweiten Schritt suchen wir uns dann das adäquate Material für das Feuer. Das kann Holz sein, Kohle, alle fossilen Brennstoffe. Ebenso klar ist: ohne irgendeinen Brennstoff gibt es kein Feuer.

Was bedeutet dieses Bild des Feuers für unseren inneren Prozess des Feuers? Um für etwas zu brennen, brauchen wir ein inneres Bild und damit ein Ziel, das uns begeistert. Das können sowohl Vorstellungen sein, die wir haben, oder Bilder, das kann ebenso ein sachliches Ziel sein. Das Brennen kann durch eine innere Inspiration erfolgen oder von Impulsen aus der Außenwelt, die uns aktivieren. Wenn das Ziel gefunden ist, erscheint es uns dann sehr selbstverständlich, dass das Brennmaterial, die innere Energie für dessen Realisierung, in uns vorhanden ist. Wir setzen den zweiten Vorgang, dass wir einfach die Kraft haben, das zu tun, wonach wir brennen, voraus.

Erst in jüngster Zeit wird in der Öffentlichkeit immer deutlicher der Begriff „Ausgebrannt – sein“ bewusst. Es ist ein sehr präzises Bild dafür, das irgendwann einfach die inneren Rohstoffe für das innere Feuer erloschen sind. Vielfach wird uns erst dann bewusst, dass wir auch in uns selbst dafür sorgen müssen, dass genügend „fossile Brennstoffe“ vorhanden sind. Viele Menschen verausgaben sich bis zu dem, was dann Burnout genannt wird, ein ausgebrannt sein des Körpers und der Seele. Gerade das Burnout-Syndrom ist eine psychosomatische Erkrankung oder ein Zustand in dem sowohl die Energie für den Körper, als auch für unsere Wünsche und Visionen zusammenbricht. Die Nerven liegen bloß und das Empfinden ist sowohl geistig als auch physisch am Ende unserer Kräfte zu sein.

Gerade weil das Burnout der Gegenpol zu dem wunderbaren Gefühl des "für etwas brennen“ ist, können wir aus dem Wissen um die Heilung von Burnout, auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie wir das innere Feuer auf gesunde Weise am Leben erhalten können. Denn leider ist das Wissen der Hüterin des Feuers, nicht mehr für jede(n) intuitiv verfügbar.

In unserer Kultur haben wir den Wunsch nach einfachen Lösungen. Wenn es gelingt, anstatt eine eindimensionale Lösung zu suchen, in Polaritäten zu denken, so fällt es auch leichter, sich bewusst zu machen, dass Feuer auch etwas mit Wandlung zu tun hat: Feuer brennt und während es brennt zehrt zugleich auch auf. Das Aufgezehrte muss ersetzt werden, sonst erlischt das Feuer. Auf Verhalten umgesetzt bedeutet das, Aktivität und Regeneration gehören zusammen. Da das innere Feuer sowohl eine physisch körperliche Aktivität ist, als auch eine seelisch mentale, braucht es auch für die Regeneration sowohl körperliche als auch seelisch mentale Formen. Es braucht Wissen um Ressourcen und Grenzen.

Meine Erfahrung ist, um gut für sich sorgen zu können, braucht es sowohl den Weg der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, als auch ein genaues und individuelles Wissen, was die eigenen körperlichen Prozesse und Bedürfnisse anbelangt.

Welche Möglichkeiten stehen nun zur Verfügung um das innere Feuer zu nähren? Ich habe in diesem Blog zwei Bücher vorgestellt, die zwei unterschiedliche Zugänge beleuchten: der eine ist eine psychologische Herangehensweise, die das Selbstmanagement beinhaltet, der andere. beschreibt die körperlichen und physiologischen Prozesse. Beide gehören für mich zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille.

Psychologisch gesehen gehören zu dem Nähren des Feuers alle Themen rund um das Thema Selbstwahrnehmung, Selbstreflektion, Ressourcen, Umgang mit Grenzen, zu wissen,  was man möchte,  eigene Ziele setzen. Zur Vorbeugung von Burnout geht es um die Stärkung der individuellen Resilienz. Es sind Themen die in dem Buch „Fels in der Brandung statt Hamster im Rad“ auf anschauliche Weise und konkret beschrieben sind.

Die komplementäre Herangehensweise, die physiologische Seite des Körpers in den Fokus nehmend, bedeutet in dem Bild des Feuers immer wieder zu schauen ob es einfach auch genug Material gibt, damit das Feuer lodern kann. Damit wir in unserem Körper lodern können, brauchen wir natürlich Nährstoffe, und wie diese nun ganz genau beschaffen sein müssen, das haben die Autorinnen in dem Buch "der Burnout Irrtum wunderbar zusammengestellt.

Freitag, 11. Mai 2012

Rezension: Uschi Eichinger, Kyra Hoffmann-Nachum: Der Burnout-Irrtum - Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel - Burnout fängt in der Körperzelle an!






Rezension:
Uschi Eichinger, Kyra Hoffmann-Nachum:

Der Burnout-Irrtum
Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel-Burnout fängt in der Körperzelle an! Das Präventionsprogramm mit Praxis Tipps und Fallbeispielen

Verlag Systemed, Lünen 2012
ISBN:978-3-942772- 06-8


Schon im Titel verraten die Autorinnen, worum es Ihnen in diesem Buch geht: ausgebrannt sein hat seine Ursache im Vitalstoffmangel, oder anders ausgedrückt: der Tank ist leer. Wir verlangen von unserem Körper eine tägliche Höchstleistung mit einer Selbstverständlichkeit, die uns erst bewusst wird, wenn wir im wahrsten Sinne des Wortes, wie ein Auto ohne Benzin, am Straßenrand liegen bleiben.

Die Fähigkeit zur Konzentration, zur Aufmerksamkeit, zu denken und sich zu erinnern, all diese Fähigkeiten finden, vermittelt über unser Nervensystem, statt. Wenn die einzelnen Zellen unserer Nerven nicht hinreichend ernährt werden, stellt sich ein Burnout ein. Wenn Sie erfahren möchten, was sich hinter dem Begriff Burnout in einem Körper wirklich abspielt, welche physiologischen Reaktionen, welche Mangelzustände im Körper herrschen - in diesem Buch bekommen sie es detailliert und spannend erklärt.

Beide Autorinnen sind als Heilpraktikerinnen tätig. Da sie jedoch vor dieser Ausbildung Wirtschaftswissenschaften studierten und in diesen Berufen auch tätig waren, kennen sie die Welt des Erfolges ebenso, wie die immanenten Zwänge zur Überforderung, aus der Innenansicht. Dieses Wissen zeigt sich in diesem überaus anschaulich geschriebenen Buch auf vielfältige Weise. Mit hoher fachlicher Kompetenz und zugleich wunderbar bebildert, informativ ohne belehrend zu sein, führen sie uns in die Welt unserer Energiekraftwerke, die Welt unserer Zellen ein. Denn die Energie, die wir zum täglichen aktiv sein benötigen, wird nicht einfach nur durch "Luft und Liebe“ gewonnen, sondern sie wird vermittelt durch unsere Nahrung, die wir zu uns nehmen, unablässig in unseren Zellen hergestellt.

Auf diesem Hintergrund sehen die Autorinnen das Thema Burnout nicht nur als ein psychologisches Phänomen, sondern sehr wohl als eines, das sich mit dem Satz: „ Du bist, was du isst“ umschreiben lässt. Wir erfahren: Gute Laune kann man essen und die Kehrseite davon ist, dass Stress unseren Körper im wahrsten Sinne des Wortes auffrisst.

Bevor das Buch ein Fülle von sehr guten, einfach umzusetzenden praktischen Ernährungs-Tipps und Handlungsanweisungen zur Verfügung stellt, gelingt es den Autorinnen, das komplexe Wissen über die eigenen physiologischen Prozesse so spannend zu schildern, dass es sich wie ein Krimi liest. Man will mehr dazu erfahren und genau wissen, wie es denn nun die einzelne Zelle schafft, immer wieder diese Höchstleistungen zu bringen und wie die vielen Millionen Zellen in unserem Körper dabei kooperieren.

Insofern ist das Buch eines über Selbstmanagement, weil es sehr genaues Wissen vermittelt, wie jede einzelne Person dazu beitragen kann, gut für sich zu sorgen, um damit auf sehr gesunde Weise leistungsfähig zu bleiben. Die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit ist heute ein Erfolgsfaktor geworden, um mit Resilienz sowohl den vielen Herausforderungen der Umweltbelastung, als auch den selbst gesuchten Belastungen begegnen zu können.

Das Buch untermauert durch physiologisches Wissen, was ich aus psychologischer Sicht als Flow kenne. Flow ist die Fähigkeit in einem sehr energievollen Zustand, der eine große Herausforderung und doch zugleich keine Überforderung darstellt, aktiv zu sein. Das Gefühl des Flows ist, alles geht wie von selbst. Es bereitet Freude zu einer Höchstleistung zu kommen und sich produktiv zu erfahren. Wenn die Freude verloren geht, dann ist dies ein Zeichen, dass die Batterien im Körper leer werden. So schwer es fällt, es wäre sinnvoll diese Grenze achten zu lernen. Wenn wir bewusst sind, dass wir über die aktuellen Müdigkeitsgrenzen hinausgehen und in der Folge uns umso mehr regenerieren, dann sind diese Grenzen nur situative. Wenn wir uns jedoch gar nicht mehr erlauben die eigenen Körpergrenzen wahrzunehmen, zehren wir die eigenen Ressourcen immer mehr aus und die Fähigkeit des Körpers zur Regeneration wird immer geringer. Denn wenn wir ihm nicht die nötige Ruhe und die Mittel in Form von adäquater Nahrung zur Verfügung stellen, ist irgendwann die Folge: ausgebrannt!

Es handelt sich um ein sehr gelungenes Buch, das der Komplexität der psycho-physiologischen Prozesse sehr gerecht wird. In leicht verständlicher Sprache werden sehr differenziert Zusammenhänge erklärt und in Interviews mit unterschiedlichen Experten zu den einzelnen Themenspektren, wie Ernährung, Umgang mit den Bedürfnissen des Darmes, dem Bedürfnis nach Licht, der Notwendigkeit gesunder Bewegung und vieles mehr vertieft.

Übrigens, wenn Ihre Zellen über alle Vitalstoffe verfügen die Sie brauchen, dann zeigt sich das nicht nur in Vitalität, sondern auch in einem strahlenden Aussehen. Dafür könnte sich die Lektüre doch lohnen. Viel Spaß beim Lesen!