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Samstag, 12. Mai 2012

Das innere Feuer zum Lodern bringen - brennen ohne auszubrennen - Erfolg durch Selbstmanagement


Für eine Sache zu brennen ist sicher das, was wir uns immer wieder sehr wünschen, weil es bedeutet, wir sind voller Leidenschaft, sei es für eine Sache, sei es für eine Person und es ist ein wunderbares Zeichen von Lebendigkeit. Frauen waren auch immer Hüterinnen des Feuers: Hier könnte dies, als eine Form des Selbstmanagements, neue und sich selbst nährende Bedeutung erhalten.

Das innere Feuer ist ein Synonym für unsere Lebensenergie, Lebendigkeit und Lebenskraft. Wenn ich es in einen Kontext der chinesischen Philosophie stelle, beschreibt es die Yang Seite des Qi. In unserem westlichen Kontext, beinhaltet das Feuer, die Kraft zu haben, das zu tun, was ich tun möchte. Das innere Feuer kann ein geistiges Feuer sein - inspirieren, ein Gedanke, ein Gedankenblitz. Es kann auch die Vitalität ausdrücken, die körperliche Lebendigkeit und ebenso den inneren Antrieb, die Motivation, all das, was ich an Ideen, Visionen, Ziele, die ich habe, in Handlung und in Aktionen umsetzen lässt, die Erfolg ermöglicht. Es ermöglicht tätig und aktiv zu sein in einem Zustand des Flow, der kreativsten und lebendigsten Form von Aktivität.

Wenn wir uns ein Feuer vorstellen, das wir zum Lodern bringen möchten, so haben wir einmal das Brennmaterial selber im Augen, es ist aber auch sehr sinnvoll zu schauen: wozu wollen wir das Feuer überhaupt zum Lodern bringen? In der Regel fangen wir mit dem an, wozu wir überhaupt ein Feuer brauchen. Soll das Feuer uns wärmen? Soll das Feuer uns einfach Freude bereiten? Je nachdem wozu wir ein Feuer benötigen, suchen wir uns einen angemessenen Platz und schaffen Rahmenbedingungen für das Feuer. Wir alle wissen, ein unkontrolliertes Feuer ist gefährlich. Wir wissen aber auch, ohne Feuer kein Leben. Erst als zweiten Schritt suchen wir uns dann das adäquate Material für das Feuer. Das kann Holz sein, Kohle, alle fossilen Brennstoffe. Ebenso klar ist: ohne irgendeinen Brennstoff gibt es kein Feuer.

Was bedeutet dieses Bild des Feuers für unseren inneren Prozess des Feuers? Um für etwas zu brennen, brauchen wir ein inneres Bild und damit ein Ziel, das uns begeistert. Das können sowohl Vorstellungen sein, die wir haben, oder Bilder, das kann ebenso ein sachliches Ziel sein. Das Brennen kann durch eine innere Inspiration erfolgen oder von Impulsen aus der Außenwelt, die uns aktivieren. Wenn das Ziel gefunden ist, erscheint es uns dann sehr selbstverständlich, dass das Brennmaterial, die innere Energie für dessen Realisierung, in uns vorhanden ist. Wir setzen den zweiten Vorgang, dass wir einfach die Kraft haben, das zu tun, wonach wir brennen, voraus.

Erst in jüngster Zeit wird in der Öffentlichkeit immer deutlicher der Begriff „Ausgebrannt – sein“ bewusst. Es ist ein sehr präzises Bild dafür, das irgendwann einfach die inneren Rohstoffe für das innere Feuer erloschen sind. Vielfach wird uns erst dann bewusst, dass wir auch in uns selbst dafür sorgen müssen, dass genügend „fossile Brennstoffe“ vorhanden sind. Viele Menschen verausgaben sich bis zu dem, was dann Burnout genannt wird, ein ausgebrannt sein des Körpers und der Seele. Gerade das Burnout-Syndrom ist eine psychosomatische Erkrankung oder ein Zustand in dem sowohl die Energie für den Körper, als auch für unsere Wünsche und Visionen zusammenbricht. Die Nerven liegen bloß und das Empfinden ist sowohl geistig als auch physisch am Ende unserer Kräfte zu sein.

Gerade weil das Burnout der Gegenpol zu dem wunderbaren Gefühl des "für etwas brennen“ ist, können wir aus dem Wissen um die Heilung von Burnout, auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie wir das innere Feuer auf gesunde Weise am Leben erhalten können. Denn leider ist das Wissen der Hüterin des Feuers, nicht mehr für jede(n) intuitiv verfügbar.

In unserer Kultur haben wir den Wunsch nach einfachen Lösungen. Wenn es gelingt, anstatt eine eindimensionale Lösung zu suchen, in Polaritäten zu denken, so fällt es auch leichter, sich bewusst zu machen, dass Feuer auch etwas mit Wandlung zu tun hat: Feuer brennt und während es brennt zehrt zugleich auch auf. Das Aufgezehrte muss ersetzt werden, sonst erlischt das Feuer. Auf Verhalten umgesetzt bedeutet das, Aktivität und Regeneration gehören zusammen. Da das innere Feuer sowohl eine physisch körperliche Aktivität ist, als auch eine seelisch mentale, braucht es auch für die Regeneration sowohl körperliche als auch seelisch mentale Formen. Es braucht Wissen um Ressourcen und Grenzen.

Meine Erfahrung ist, um gut für sich sorgen zu können, braucht es sowohl den Weg der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, als auch ein genaues und individuelles Wissen, was die eigenen körperlichen Prozesse und Bedürfnisse anbelangt.

Welche Möglichkeiten stehen nun zur Verfügung um das innere Feuer zu nähren? Ich habe in diesem Blog zwei Bücher vorgestellt, die zwei unterschiedliche Zugänge beleuchten: der eine ist eine psychologische Herangehensweise, die das Selbstmanagement beinhaltet, der andere. beschreibt die körperlichen und physiologischen Prozesse. Beide gehören für mich zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille.

Psychologisch gesehen gehören zu dem Nähren des Feuers alle Themen rund um das Thema Selbstwahrnehmung, Selbstreflektion, Ressourcen, Umgang mit Grenzen, zu wissen,  was man möchte,  eigene Ziele setzen. Zur Vorbeugung von Burnout geht es um die Stärkung der individuellen Resilienz. Es sind Themen die in dem Buch „Fels in der Brandung statt Hamster im Rad“ auf anschauliche Weise und konkret beschrieben sind.

Die komplementäre Herangehensweise, die physiologische Seite des Körpers in den Fokus nehmend, bedeutet in dem Bild des Feuers immer wieder zu schauen ob es einfach auch genug Material gibt, damit das Feuer lodern kann. Damit wir in unserem Körper lodern können, brauchen wir natürlich Nährstoffe, und wie diese nun ganz genau beschaffen sein müssen, das haben die Autorinnen in dem Buch "der Burnout Irrtum wunderbar zusammengestellt.

Samstag, 14. Januar 2012

Leib, Körper und der inneren Nährboden für Frauen in Führung


Wie schon in meinem letzten Beitrag geschildert, habe ich durch die Auseinandersetzung mit der chinesischen Welt sehr viel gelernt. Dazu gehören sehr konkrete eigene Reiseerfahrungen, Begegnungen, wie auch die Auseinandersetzung mit Büchern. Ein sehr Wesentliches ist das von Frau Professorin Gudula Linck mit dem Titel „Leib oder Körper“. Daher ist es in einer Rezension vorgestellt. Doch zuvor möchte ich meine Beweggründe mitteilen, was dieses Buch mit dem Themenfeld des Blogs, mit Frauen und Karriere, zu tun hat.

Ich habe in dem vorangehenden Blog-Beitrag begonnen die Wurzelkraft als die Quelle für den Erfolg weiblicher Führungskompetenz zu benennen und deren Wirkweisen zu schildern. Dass diese Wurzelkraft der jeweiligen Frau zur Verfügung stehen kann, dafür bedarf es einer Verwurzelung in sich selbst. Unsere eigenen Wurzeln haben verschiedene Ebenen und Schichten. Sie beginnen mit dem in sich verwurzelt sein, lebendig uns im eigenen Körper empfinden und erfahren.

Unser räumliches Umfeld gehört ebenso wie die nährenden Beziehungen und das erweiterte soziales Umfeld zu den Wurzeln. Die Verbindung zum eigenen Körper ist dabei eine sehr zentrale Quelle der eigenen Vitalität, Lebendigkeit und Gesundheit.

Angesichts der hohen Anforderung in der beruflichen Welt bedarf es eines stabilen verlässlichen Erlebens von Gesundheit. Wenn der Wusch nach einer Führungspositionen entsteht, so ist eine Vergewisserung, dass die dafür notwenigen energetischen Ressourcen auf der körperlicher Ebene zur Verfügung stehen essenziell. Die Erweiterung des Verantwortungsfeldes bedarf einer effizienteren Nutzung der eigenen Regenerationsfähigkeit.

Wenn wir Frauen in Führung denken, so ist es oft dem Blick nach außen gerichtet, auf die zu erreichenden Ziele. Ich richte die Aufmerksamkeit ebenso mit der Frage nach Innen: steht die Kraft für diese Reise zur Verfügung? Wie kann sie effizienter genutzt werden, um nicht mit einer Erschöpfung beim Aufstieg konfrontiert zu werden. Wie kann ich mit meinem Körper so umgehen, dass ich lebendig, energievoll tätig werden kann?

Diese Fragestellung ist nicht zu verwechseln mit der Kompetenz, die in die Führungsaufgabe eingebracht werden soll. Es ist ebenso wenig die Thematik der Reproduktionsarbeit, der nährenden Aktivität für andere. Es ist die Voraussetzung für die vielfältigen Qualitäten der Führungskompetenz. Es geht um die eigene leibliche Präsenz, Energie, Stabilität. Dies beinhaltet die Fähigkeit zur Selbsternährung, der Selbstfürsorge. Diese Themen durch Wissen aus der chinesischen Philosophie zu vertiefen, hat mich auf das Buch von Gudula Linck neugierig gemacht.

Dienstag, 3. Januar 2012

Die kreative Energie des Winters


Wenn in einem Blog seit eineinhalb Jahren kein Beitrag mehr erscheint, ist das dann noch ein Blog?
Auf diesem Blog gibt es die fünf Goldfische, als Symbol für die fünf Wandlungsphasen. Einem Konzept der chinesischen Philosophie entnommen, stehen die Wandlungsphasen für die fünf Abläufe des Lebens, wie sie sich z.B. in den Jahreszeiten ausdrücken. Nach einer Zeit der Ernte, des Herbst, des Ausdrucks, der Beiträge die sich in Sichtbarkeit niedergeschlagen haben, folgte bei mir der Winter, als einer Zeit der Innenwendung. In dieser Zeit, in der sich die Kräfte im Inneren sammeln, werden die eigentlichen Strukturen sichtbar, so wie die kahlen Bäume die Form ihres inneren Gerüstes zeigen. Es ist eine Zeit der inneren Verdichtung, Sammlung und der Überprüfung, ob die alte Struktur noch taugt. Es werden neue Wurzelungen und Verknüpfungen in der Natur geschaffen. So habe ich in dieser Zeit auch eine Erweiterung meiner Sicht auf das Thema: Frauen und Karriere erfahren.

Diese Erweiterung betrifft die Wurzeln, deren Entfaltung, deren Pflege und aus denen und durch die dann, in der folgenden Phase des Frühlings, die Energie fließen kann. Eine Energie, die auch eine Neuausrichtung beinhaltet, denn sie würdigt diesen ganzheitlichen Prozess.

Was sind die Wurzeln im Themenfeld Frauen und Karriere? Sie sind das, was uns Energie, Lebenskraft, Verbundenheit gibt, uns Ressourcen sind. Nach einer intensiven Phase der beruflichen Extraversion, der engagierten Tätigkeit, der kreativen Arbeit mit anderen Menschen ist die Frage: wie findet eine Regeneration statt, wie ein auftanken? Je anspruchsvoller die Tätigkeit, desto mehr ist die hohe Qualität der Regeneration eine Notwendigkeit. Die Wurzeln haben mit den unterschiedlichen Ebenen des Auftankens zu tun. Sie sind vielseitig, vielschichtig und je differenzierter die Wurzeln, umso mehr steht eine aktive Zuwendung zum Leben zur Verfügung. Worin bestehen sie genau?
- Energie tanken über alle Wege, die dem leiblichen Wohl zuträglich sind.
- Lebenskraft sammeln durch Muse, durch Sein, Kontemplation, Kultur, ebenso wie durch
Aktivität in der Natur, Atmen, Körperübungen, Meditation, sich erfahren im Austausch.
- Verbundenheit mit Menschen die uns in unserem Sein begrüßen, mit denen sich unser Wert nicht am Ertrag misst, den wir für sie erzielen.
- Selbstbezug und in Verbindung mit dem eigenen Wesen und Sinn des eigenen Lebens stehen.
- Entfaltung des eigenen Potentials, in neue tiefere Schichten der eigenen persönlichen Anlagen vordringt.

Am Anfang des Lebens steht ein unerschöpfliches Reservoir an Lebenskraft zur Verfügung. Es scheint, als ob es nur darum ginge, diese in eine Richtung zu lenken. So ist der Beginn der Karriere vor allem durch das Thema der Zielfindung bestimmt. Was ist meine Begabung? Wo will ich hin?

Die Entwicklung und Entfaltung der unterschiedlichen Fertigkeiten sich in der Welt des Erfolges zu bewegen und auszudifferenzieren, lässt die Aufmerksamkeit für die Regeneration und damit für die Wurzeln in den Hintergrund treten. Wie von selbst scheint am nächsten Morgen die Kraft zurück gekehrt und der Aufstieg geht weiter.

Vergessen sind die Menschen, die Bindungen, die nährenden Strukturen, die das erwachsen werden begleitet haben. Alles ist selbstverständlich und scheint in dem Selbstbild der eigenen Autonomie auch für immer so weiter zu bestehen. Wir leben von den Vorräten die wir angesammelt haben. Wenn die Wertschätzung für die regenerativen Fähigkeiten mit verinnerlich wurde, so ist auch die Fähigkeit gegeben, immer wieder inne zu halte, aufzutanken. Je identifizierter eine Frau mit dem Erfolg ist, desto mehr besteht die Gefahr, Raubbau zu treiben, auszubrennen.

Nicht zufällig war das letzte rezensierte Buch auf dem Blog, das von Frau Meckel über „Erfahrungen mit Burnout“. Meine Fragen, die mich die letzten eineinhalb Jahre begleitet haben, waren nun diese:
- Wie hängt dieser Raubbau mit den eigenen Ressourcen,mit dem in unserer Kultur so selbstverständlichen Weltbild des Erfolges zusammen. Gibt es dazu Alternativen?
- Wie können Frauen führen, und sich zugleich in der Fülle ihrer weiblichen Potenz verankern?
- Ist das „Missing link“, die Würdigung der weiblichen Reproduktionsarbeit, oder der winterlichen Wurzelkraft?

Schon sehr lange beschäftigte mich das Thema der Abwertung dessen was „Reproduktionsarbeit“ ist. Meine Suche ging dahin zu schauen, wie sich die unsichtbare Bindungsarbeit, die alltägliche Pflege der Personen und der Dinge, die erst sichtbar wird, wenn sie nicht geschieht, wahrnehmbar werden kann. Denn nur so kann sie in unseren Blick geraten und die ihr gebührende Würdigung erfahren.

Mir begegnete eine Kultur, eine Philosophie, die die zyklische Lebensweise erfasste und daher anders dachte. Würde sie Erfolg und Führung anders beschreiben? Es ist eine Kultur, die sehr wohl erfolgreich ist. Würde sie auch die regenerativen Aspekte sehen? Würde sie die reproduktiven Tätigkeiten würdigen? Ich tauchte in die chinesische antike und reale Welt ein.

Konkret habe ich mich mit der chinesischen Philosophie befasst, bin mehrfach in China gereist, im neuen und im „alten“ China real und geistig unterwegs gewesen und dieses Erfahrungswissen und die Weisheit die mir begegnet ist, zeigt sich in den folgenden Beiträgen und Rezensionen, wie in meinen Gedanken dazu.

Weibliche Kunst im Sinne der nährenden, regenerativen, zugleich aber auch kreativen Potenz der natürlichen Entfaltung, der Yin-Qualität habe ich versucht durch die Auseinandersetzung mit der dortigen Kultur besser zu verstehen. Ich habe einerseits entdecken können, dass das Erfassen einer Welt, als in einem ständigen Wandel befindliche, das Lebensgefühl der antiken chinesischen Welt prägte. Diese Sicht lebt weiter, z. B. in der TCM. Zugleich habe ich erfahren, dass im modernen China das „westliche“ Erfolgsstreben ebenso lebendig ist, wie in unserem Kulturkreis. Daher sind auch das Wissen und die Wertschätzung des Weiblichen nicht entfalteter.

Ich habe sehr viel gelernt aus der Auseinandersetzung mit der chinesischen Welt. Zugleich habe ich mich bestärkt gefühlt, dass die Würdigung der Wurzelkraft die Quelle für den Erfolg weiblicher Führungskompetenz ist. Wie wenig dieser Prozess der Reproduktionsarbeit eine Selbstverständlichkeit ist, sondern wie sehr sich auch hier eine Fülle verantwortungsvoller Tätigkeiten zeigt, das ist für mich die Erweiterung im Frauen und Karriere Bild.

Meine These: Die Würdigung dieser regenerativen Kompetenzen, diese Nutzung dessen, was ich Wurzelkraft nenne, als eine in vielfacher Weise „weibliche Kunst“ schafft den Nährboden für Frauen in Führung.