Für eine Sache zu brennen ist sicher das, was wir
uns immer wieder sehr wünschen, weil es bedeutet, wir sind voller Leidenschaft,
sei es für eine Sache, sei es für eine Person und es ist ein wunderbares
Zeichen von Lebendigkeit. Frauen waren auch immer Hüterinnen des Feuers: Hier
könnte dies, als eine Form des Selbstmanagements,
neue und sich selbst nährende Bedeutung erhalten.
Das innere Feuer ist ein Synonym für unsere
Lebensenergie, Lebendigkeit und Lebenskraft. Wenn ich es in einen Kontext der
chinesischen Philosophie stelle, beschreibt es die Yang Seite des Qi. In
unserem westlichen Kontext, beinhaltet das Feuer, die Kraft zu haben, das zu
tun, was ich tun möchte. Das innere Feuer kann ein geistiges Feuer sein -
inspirieren, ein Gedanke, ein Gedankenblitz. Es kann auch die Vitalität
ausdrücken, die körperliche Lebendigkeit und ebenso den inneren Antrieb, die
Motivation, all das, was ich an Ideen, Visionen, Ziele, die ich habe, in
Handlung und in Aktionen umsetzen lässt, die Erfolg ermöglicht. Es ermöglicht
tätig und aktiv zu sein in einem Zustand des Flow,
der kreativsten und lebendigsten Form von Aktivität.
Wenn wir uns ein Feuer vorstellen, das wir zum Lodern
bringen möchten, so haben wir einmal das Brennmaterial selber im Augen, es ist
aber auch sehr sinnvoll zu schauen: wozu wollen wir das Feuer überhaupt zum Lodern
bringen? In der Regel fangen wir mit dem an, wozu wir überhaupt ein Feuer
brauchen. Soll das Feuer uns wärmen? Soll das Feuer uns einfach Freude
bereiten? Je nachdem wozu wir ein Feuer benötigen, suchen wir uns einen
angemessenen Platz und schaffen Rahmenbedingungen für das Feuer. Wir alle
wissen, ein unkontrolliertes Feuer ist gefährlich. Wir wissen aber auch, ohne
Feuer kein Leben. Erst als zweiten Schritt suchen wir uns dann das adäquate
Material für das Feuer. Das kann Holz sein, Kohle, alle fossilen Brennstoffe. Ebenso
klar ist: ohne irgendeinen Brennstoff gibt es kein Feuer.
Was bedeutet dieses Bild des Feuers für unseren
inneren Prozess des Feuers? Um für etwas zu brennen, brauchen wir ein inneres
Bild und damit ein Ziel, das uns begeistert. Das können sowohl Vorstellungen sein,
die wir haben, oder Bilder, das kann ebenso ein sachliches Ziel sein. Das
Brennen kann durch eine innere Inspiration erfolgen oder von Impulsen aus der
Außenwelt, die uns aktivieren. Wenn das Ziel gefunden ist, erscheint es uns
dann sehr selbstverständlich, dass das Brennmaterial, die innere Energie für
dessen Realisierung, in uns vorhanden ist. Wir setzen den zweiten Vorgang, dass
wir einfach die Kraft haben, das zu tun, wonach wir brennen, voraus.
Erst in jüngster Zeit wird in der Öffentlichkeit immer
deutlicher der Begriff „Ausgebrannt – sein“ bewusst. Es ist ein sehr präzises
Bild dafür, das irgendwann einfach die inneren Rohstoffe für das innere Feuer
erloschen sind. Vielfach wird uns erst dann bewusst, dass wir auch in uns
selbst dafür sorgen müssen, dass genügend „fossile Brennstoffe“ vorhanden sind.
Viele Menschen verausgaben sich bis zu dem, was dann Burnout
genannt wird, ein ausgebrannt sein des Körpers und der Seele. Gerade das Burnout-Syndrom
ist eine psychosomatische Erkrankung oder ein Zustand in dem sowohl die Energie
für den Körper, als auch für unsere Wünsche und Visionen zusammenbricht. Die
Nerven liegen bloß und das Empfinden ist sowohl geistig als auch physisch am
Ende unserer Kräfte zu sein.
Gerade weil das Burnout der Gegenpol zu dem
wunderbaren Gefühl des "für etwas brennen“ ist, können wir aus dem Wissen
um die Heilung von Burnout, auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie wir das innere
Feuer auf gesunde Weise am Leben erhalten können. Denn leider ist das Wissen
der Hüterin des Feuers, nicht mehr für jede(n) intuitiv verfügbar.
In unserer Kultur haben wir den Wunsch nach
einfachen Lösungen. Wenn es gelingt, anstatt eine eindimensionale Lösung zu
suchen, in Polaritäten zu denken, so fällt es auch leichter, sich bewusst zu
machen, dass Feuer auch etwas mit Wandlung zu tun hat: Feuer brennt und während
es brennt zehrt zugleich auch auf. Das Aufgezehrte muss ersetzt werden, sonst
erlischt das Feuer. Auf Verhalten umgesetzt bedeutet das, Aktivität und
Regeneration gehören zusammen. Da das innere Feuer sowohl eine physisch
körperliche Aktivität ist, als auch eine seelisch mentale, braucht es auch für
die Regeneration sowohl körperliche als auch seelisch mentale Formen. Es
braucht Wissen um Ressourcen
und Grenzen.
Meine Erfahrung ist, um gut für sich sorgen zu
können, braucht es sowohl den Weg der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis,
als auch ein genaues und individuelles Wissen, was die eigenen körperlichen
Prozesse und Bedürfnisse anbelangt.
Welche Möglichkeiten stehen nun zur Verfügung um das
innere Feuer zu nähren? Ich habe in diesem Blog zwei Bücher vorgestellt, die zwei
unterschiedliche Zugänge beleuchten: der eine ist eine psychologische
Herangehensweise, die das Selbstmanagement beinhaltet, der andere. beschreibt die
körperlichen und physiologischen Prozesse. Beide gehören für mich zusammen, wie
zwei Seiten einer Medaille.
Psychologisch gesehen gehören zu dem Nähren des
Feuers alle Themen rund um das Thema Selbstwahrnehmung, Selbstreflektion, Ressourcen,
Umgang mit Grenzen, zu wissen, was man
möchte, eigene Ziele setzen. Zur
Vorbeugung von Burnout geht es um die Stärkung der individuellen Resilienz. Es sind Themen die in dem
Buch „Fels in der Brandung statt Hamster im Rad“ auf anschauliche Weise und
konkret beschrieben sind.
Die komplementäre Herangehensweise, die
physiologische Seite des Körpers in den Fokus nehmend, bedeutet in dem Bild des
Feuers immer wieder zu schauen ob es einfach auch genug Material gibt, damit
das Feuer lodern kann. Damit wir in unserem Körper lodern können, brauchen wir
natürlich Nährstoffe, und wie diese nun ganz genau beschaffen sein müssen, das
haben die Autorinnen in dem Buch "der Burnout Irrtum wunderbar
zusammengestellt.
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