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Samstag, 27. April 2013

Rezension, Dorothea Assig und Dorothea Echter: Ambition - Wie große Karrieren gelingen


Rezension


 
Dorothea Assig und Dorothea Echter

Ambition
Wie große Karrieren gelingen

Erstausgabe März 2012

Campus Verlag ISBN 978-3-359-39585-2
 
 
 
Zwei erfahrene Beraterinnen haben ihr professionelles Wissen in diesem Buch zusammengeführt. Sie entwickelten ein Modell, das die Komplexität ihres Wirkens in eine scheinbar einfache Form bringt. Es ist ein dichtes Buch und zugleich sehr anschaulich und nachvollziehbar geschrieben. Von Frauen, die ihre eigene Ambition leben wollen, wird es als unterstützend erlebt, von Profis im selben Kompetenzfeld, wie mir, mit Interesse und Respekt zur Kenntnis genommen.
 

Ambition ist ein energetisches Zentrum, eine immense innere Kraft, eine Quelle des Antriebs. Es ist das, was einen Menschen motiviert, begeistert, was sich schon früh zeigen kann, als ein Bedürfnis nach Selbstausdruck, etwas das zu tun keine Zeitgrenzen kennt. Es ist der innere Motor. Es ist das, was ein Mensch geben will, wofür sie oder er „brennt“. Die Karriere ist das Ergebnis. Allein dies erklären die Autorinnen so  nachvollziehbar und das macht das Buch bereits lesenswert. Denn anders als viele Bücher zu Coaching und Selbstmanagement, geht es den Autorinnen nicht um kleine äußere Rezepte. Sie räumen mit vielen Irrtümern zu Karrierewegen auf.  

Durch die Frage nach der Ambition, erkennen sie den inneren Antrieb in der Person. Sie Fragen nach der Quelle, aus der die Energie sich immer wieder speist, die eine Voraussetzung für ein Gelingen einer großen Karriere ist. Die Quelle, die beharrliches Üben ermöglicht, weil es Sinn macht, gefühlten, erlebten Sinn, der viel Energie freisetzt, den kein Anspruch an sich und kein Druck von außen in der Konstanz erzeugen kann. 

Ihre Arbeit als Beraterinnen beginnt damit, Menschen in Kontakt mit dieser Quelle zu bringen, oder sie darin zu bestärken ihr zu vertrauen. Denn so eine starke innere, antreibende Kraft macht auch Angst, schürt Zweifel: „Bilde ich mir das alles ein?“ Trotz des Zweifels, was die eigene Begabung anbetrifft weiter zu üben, ist ein erster Hinderungsschritt, der überwunden werden will. Zentrale Widerstände und Hemmnisse für Erfolg, verorten die Autorinnen in der Person. Denn Menschen haben nicht nur die Sehnsucht erfolgreich zu sein, sondern eine ebensolche Angst davor. Daher ist ein weiterer Schritt, sich selbst für den Erfolg zu öffnen. Der eigenen Gabe Aufmerksamkeit zu schenken, sie dadurch erfassen, benennen, sich darin üben zu können, das sind weitere Schritte. Doch es gibt immer wieder Krisen, die zu Selbstzweifeln führen. Deren Sinn als Lernfeld zu erkennen und zu nutzten, das bedarf einer kompetenten Begleitung.  

Sich eine angemessene Bühne für das eigenen Können zu suchen, sich in ein Umfeld zu begeben, das die Kompetenz sieht, achtet und zugleich herausfordert, sind weitere Stationen. Diese müssen Maßgeschneidert für die Ambition gesucht und gestaltet werden. Denn so individuell, wie die eigene, einzigartige Begabung ist, so sehr ist der Weg der einer Pionierin, eines Pioniers. Der Weg der Karriere ist nicht vorgezeichnet, er muss gesucht werden. 

Die Autorinnen differenzieren weiter die Dimensionen: Karriere aufbauen, stabileren und die Vollendung. Auch in diesen Dimensionen wirken die vier Ebenen ineinander: die Stabilisierung der Psyche, Positive Resonanz erzeugen, die eigene Bühne schaffen und das Können (weiter) zu entwickeln. Es ist ein komplexer Prozess, der immer wieder eine neue Ausrichtung bedarf, jedoch nicht linear verläuft. Es ist ein Wachstums- und Entwicklungsprozess, der sich entfaltenden persönlichen Begabung und Reifung einer Person, in einer sich wandelnden Außenwelt. 

Natürlich sehen wir im Alltag immer wieder erfolgreiche Menschen, die öffentlich sichtbar wurden, auch ohne innere Vorbereitung. Doch es gibt viele, deren Karriere stockt, die sich nicht heraus wagen und solche, die sich damit überfordern. Gerade dort wo wir Karriere sehen können, vor allem im Showbusiness oder in der Politik, gibt es immer wieder Menschen, die daran scheitern, bzw. deren Scheitern wir sehen. Gründe sind, dass sie den Erfolg nicht halten können, weil sie zu einsam darin sind, weil die Spannung zwischen der „normalen Alltagsperson“ und der „erfolgreichen öffentlichen Person“ ein unüberbrückbares Spannungsfeld bilden. Die Folgen sehen wir an einem „abheben“, an ihren Suchtproblemen oder gar Suiziden.
 
Erfolg braucht eine solide innere psychische Basis. Es ist ein Fundament, das Schritt für Schritt entwickelt wird, um die einzigartige Begabung in eine erfolgreiche Karriere zu transformieren, die die Person halten und genießen kann. 

Die Autorinnen beleuchten auf 300 Seiten, die vielfältigen Aspekte ihres Modells gründlich. Deutlich wird: es geht bei der erfolgreichen Karriere sowohl um Handeln, als auch um Reifen – denn je tiefer die Wurzeln in die eigene Persönlichkeit hineinreichen, umso intensiver braucht es Zeit bis die einzelnen Themen erlebt, erfahren, entwickelt sind. Dieses Buch ist ein sehr Besonderes, weil es tiefgründig und zugleich handlungsleitend ist. Vor allem aber, weil es Komplexität nicht vereinfacht und trivialisiert, sondern Mut macht, sich dem Leben zu stellen und die eigene Ambition schrittweise zur Entfaltung zu bringen.

 

Sonntag, 4. November 2012

Rezension: Stefan Bollmann - Frauen, die denken, sind gefährlich und stark


Rezension
 





Stefan Bollmann 

Frauen, die denken, sind gefährlich und stark


 
Elisabeth Sandmann Verlag
ISBN 978-3-938045-70-1

  

Frauen, die denken, sind gefährlich und stark. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema durch diesen wunderbaren Bildband. Denn diese Buch ist sehr vielschichtig: Fotos und Reportagen bilden ein sowohl informatives, wie ästhetische Buch, in dem für den Elisabeth Sandmann Verlag typischen Din-A-4 Format. 

Beschrieben sind 26 Portraits von Frauen, die einen ganz eigenen Weg gefunden habe Frau zu sein und dadurch auf einzigartige Weise zu wirken. Fünf Themenfelder bilden ein interessante Gliederung: Das erste handelt von Vordenkerinnen, wie Bertha von Suttner, Simone de Beauvoir, Hannah Arendt. Das zweite von mutigen Frauen in der Wissenschaft, wie Marie Curie, Lise Meitner, Jane Goodall. Das dritte schilderte das Leben und durchaus dafür sterben der Kämpferinnen für die Rechter der Frauen, wie Olympe de Gouges, Simone Veil, Alice Schwarzer. Das vierte handelt von Rebellischen Zeitzeuginnen, wie Oriana Fallaci, Susan Sonntag Anna Politkowskaja und das fünfte von dem Aufstieg zur Macht, in denen Indira Gandhi, Margaret Thatcher, Angela Merkel und Aung San Suu Kyi portraitiert werden. 

Einzigartige Fotos schaffen eine Nähe zu den geschilderten Frauen und können die Atmosphäre ihres Lebens einfangen.

Die Texte sind kurz, prägnant. Sie lassen auch bekannte Persönlichkeiten in einem Licht erscheinen, das die Frau hinter der Funktion, für die sie steht, hervorschimmern lässt. Aus der Fülle einer Biographie ist es Stefan Bollmann auf exzellente Weise gelungen die Essenz dessen zu schildern, was die jeweilige Frau angetrieben und zu einer starken Frau machte. Deren Einzigartigkeit wird deutlich und ebenso die Gefährlichkeit, jedoch nur für diejenigen, die selbstbestimmte Frauen und deren positive Gestaltungskraft noch immer für gefährlich halten. So eignet sich das Buch um neue Perspektiven auf bekannte Frauen zu werfe und ebenso, um sich schnell mit den Persönlichkeiten bekannt zu machen, und mögliche Bildungslücken zu schließen. 

Dieses Buch ist ein ideales Weihnachtsgeschenk, für Ihre beste Freundin, was sie durchaus selbst sein können.
Viel Freude damit!

Samstag, 12. Mai 2012

Das innere Feuer zum Lodern bringen - brennen ohne auszubrennen - Erfolg durch Selbstmanagement


Für eine Sache zu brennen ist sicher das, was wir uns immer wieder sehr wünschen, weil es bedeutet, wir sind voller Leidenschaft, sei es für eine Sache, sei es für eine Person und es ist ein wunderbares Zeichen von Lebendigkeit. Frauen waren auch immer Hüterinnen des Feuers: Hier könnte dies, als eine Form des Selbstmanagements, neue und sich selbst nährende Bedeutung erhalten.

Das innere Feuer ist ein Synonym für unsere Lebensenergie, Lebendigkeit und Lebenskraft. Wenn ich es in einen Kontext der chinesischen Philosophie stelle, beschreibt es die Yang Seite des Qi. In unserem westlichen Kontext, beinhaltet das Feuer, die Kraft zu haben, das zu tun, was ich tun möchte. Das innere Feuer kann ein geistiges Feuer sein - inspirieren, ein Gedanke, ein Gedankenblitz. Es kann auch die Vitalität ausdrücken, die körperliche Lebendigkeit und ebenso den inneren Antrieb, die Motivation, all das, was ich an Ideen, Visionen, Ziele, die ich habe, in Handlung und in Aktionen umsetzen lässt, die Erfolg ermöglicht. Es ermöglicht tätig und aktiv zu sein in einem Zustand des Flow, der kreativsten und lebendigsten Form von Aktivität.

Wenn wir uns ein Feuer vorstellen, das wir zum Lodern bringen möchten, so haben wir einmal das Brennmaterial selber im Augen, es ist aber auch sehr sinnvoll zu schauen: wozu wollen wir das Feuer überhaupt zum Lodern bringen? In der Regel fangen wir mit dem an, wozu wir überhaupt ein Feuer brauchen. Soll das Feuer uns wärmen? Soll das Feuer uns einfach Freude bereiten? Je nachdem wozu wir ein Feuer benötigen, suchen wir uns einen angemessenen Platz und schaffen Rahmenbedingungen für das Feuer. Wir alle wissen, ein unkontrolliertes Feuer ist gefährlich. Wir wissen aber auch, ohne Feuer kein Leben. Erst als zweiten Schritt suchen wir uns dann das adäquate Material für das Feuer. Das kann Holz sein, Kohle, alle fossilen Brennstoffe. Ebenso klar ist: ohne irgendeinen Brennstoff gibt es kein Feuer.

Was bedeutet dieses Bild des Feuers für unseren inneren Prozess des Feuers? Um für etwas zu brennen, brauchen wir ein inneres Bild und damit ein Ziel, das uns begeistert. Das können sowohl Vorstellungen sein, die wir haben, oder Bilder, das kann ebenso ein sachliches Ziel sein. Das Brennen kann durch eine innere Inspiration erfolgen oder von Impulsen aus der Außenwelt, die uns aktivieren. Wenn das Ziel gefunden ist, erscheint es uns dann sehr selbstverständlich, dass das Brennmaterial, die innere Energie für dessen Realisierung, in uns vorhanden ist. Wir setzen den zweiten Vorgang, dass wir einfach die Kraft haben, das zu tun, wonach wir brennen, voraus.

Erst in jüngster Zeit wird in der Öffentlichkeit immer deutlicher der Begriff „Ausgebrannt – sein“ bewusst. Es ist ein sehr präzises Bild dafür, das irgendwann einfach die inneren Rohstoffe für das innere Feuer erloschen sind. Vielfach wird uns erst dann bewusst, dass wir auch in uns selbst dafür sorgen müssen, dass genügend „fossile Brennstoffe“ vorhanden sind. Viele Menschen verausgaben sich bis zu dem, was dann Burnout genannt wird, ein ausgebrannt sein des Körpers und der Seele. Gerade das Burnout-Syndrom ist eine psychosomatische Erkrankung oder ein Zustand in dem sowohl die Energie für den Körper, als auch für unsere Wünsche und Visionen zusammenbricht. Die Nerven liegen bloß und das Empfinden ist sowohl geistig als auch physisch am Ende unserer Kräfte zu sein.

Gerade weil das Burnout der Gegenpol zu dem wunderbaren Gefühl des "für etwas brennen“ ist, können wir aus dem Wissen um die Heilung von Burnout, auch Rückschlüsse darauf ziehen, wie wir das innere Feuer auf gesunde Weise am Leben erhalten können. Denn leider ist das Wissen der Hüterin des Feuers, nicht mehr für jede(n) intuitiv verfügbar.

In unserer Kultur haben wir den Wunsch nach einfachen Lösungen. Wenn es gelingt, anstatt eine eindimensionale Lösung zu suchen, in Polaritäten zu denken, so fällt es auch leichter, sich bewusst zu machen, dass Feuer auch etwas mit Wandlung zu tun hat: Feuer brennt und während es brennt zehrt zugleich auch auf. Das Aufgezehrte muss ersetzt werden, sonst erlischt das Feuer. Auf Verhalten umgesetzt bedeutet das, Aktivität und Regeneration gehören zusammen. Da das innere Feuer sowohl eine physisch körperliche Aktivität ist, als auch eine seelisch mentale, braucht es auch für die Regeneration sowohl körperliche als auch seelisch mentale Formen. Es braucht Wissen um Ressourcen und Grenzen.

Meine Erfahrung ist, um gut für sich sorgen zu können, braucht es sowohl den Weg der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, als auch ein genaues und individuelles Wissen, was die eigenen körperlichen Prozesse und Bedürfnisse anbelangt.

Welche Möglichkeiten stehen nun zur Verfügung um das innere Feuer zu nähren? Ich habe in diesem Blog zwei Bücher vorgestellt, die zwei unterschiedliche Zugänge beleuchten: der eine ist eine psychologische Herangehensweise, die das Selbstmanagement beinhaltet, der andere. beschreibt die körperlichen und physiologischen Prozesse. Beide gehören für mich zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille.

Psychologisch gesehen gehören zu dem Nähren des Feuers alle Themen rund um das Thema Selbstwahrnehmung, Selbstreflektion, Ressourcen, Umgang mit Grenzen, zu wissen,  was man möchte,  eigene Ziele setzen. Zur Vorbeugung von Burnout geht es um die Stärkung der individuellen Resilienz. Es sind Themen die in dem Buch „Fels in der Brandung statt Hamster im Rad“ auf anschauliche Weise und konkret beschrieben sind.

Die komplementäre Herangehensweise, die physiologische Seite des Körpers in den Fokus nehmend, bedeutet in dem Bild des Feuers immer wieder zu schauen ob es einfach auch genug Material gibt, damit das Feuer lodern kann. Damit wir in unserem Körper lodern können, brauchen wir natürlich Nährstoffe, und wie diese nun ganz genau beschaffen sein müssen, das haben die Autorinnen in dem Buch "der Burnout Irrtum wunderbar zusammengestellt.

Freitag, 11. Mai 2012

Rezension: Uschi Eichinger, Kyra Hoffmann-Nachum: Der Burnout-Irrtum - Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel - Burnout fängt in der Körperzelle an!






Rezension:
Uschi Eichinger, Kyra Hoffmann-Nachum:

Der Burnout-Irrtum
Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel-Burnout fängt in der Körperzelle an! Das Präventionsprogramm mit Praxis Tipps und Fallbeispielen

Verlag Systemed, Lünen 2012
ISBN:978-3-942772- 06-8


Schon im Titel verraten die Autorinnen, worum es Ihnen in diesem Buch geht: ausgebrannt sein hat seine Ursache im Vitalstoffmangel, oder anders ausgedrückt: der Tank ist leer. Wir verlangen von unserem Körper eine tägliche Höchstleistung mit einer Selbstverständlichkeit, die uns erst bewusst wird, wenn wir im wahrsten Sinne des Wortes, wie ein Auto ohne Benzin, am Straßenrand liegen bleiben.

Die Fähigkeit zur Konzentration, zur Aufmerksamkeit, zu denken und sich zu erinnern, all diese Fähigkeiten finden, vermittelt über unser Nervensystem, statt. Wenn die einzelnen Zellen unserer Nerven nicht hinreichend ernährt werden, stellt sich ein Burnout ein. Wenn Sie erfahren möchten, was sich hinter dem Begriff Burnout in einem Körper wirklich abspielt, welche physiologischen Reaktionen, welche Mangelzustände im Körper herrschen - in diesem Buch bekommen sie es detailliert und spannend erklärt.

Beide Autorinnen sind als Heilpraktikerinnen tätig. Da sie jedoch vor dieser Ausbildung Wirtschaftswissenschaften studierten und in diesen Berufen auch tätig waren, kennen sie die Welt des Erfolges ebenso, wie die immanenten Zwänge zur Überforderung, aus der Innenansicht. Dieses Wissen zeigt sich in diesem überaus anschaulich geschriebenen Buch auf vielfältige Weise. Mit hoher fachlicher Kompetenz und zugleich wunderbar bebildert, informativ ohne belehrend zu sein, führen sie uns in die Welt unserer Energiekraftwerke, die Welt unserer Zellen ein. Denn die Energie, die wir zum täglichen aktiv sein benötigen, wird nicht einfach nur durch "Luft und Liebe“ gewonnen, sondern sie wird vermittelt durch unsere Nahrung, die wir zu uns nehmen, unablässig in unseren Zellen hergestellt.

Auf diesem Hintergrund sehen die Autorinnen das Thema Burnout nicht nur als ein psychologisches Phänomen, sondern sehr wohl als eines, das sich mit dem Satz: „ Du bist, was du isst“ umschreiben lässt. Wir erfahren: Gute Laune kann man essen und die Kehrseite davon ist, dass Stress unseren Körper im wahrsten Sinne des Wortes auffrisst.

Bevor das Buch ein Fülle von sehr guten, einfach umzusetzenden praktischen Ernährungs-Tipps und Handlungsanweisungen zur Verfügung stellt, gelingt es den Autorinnen, das komplexe Wissen über die eigenen physiologischen Prozesse so spannend zu schildern, dass es sich wie ein Krimi liest. Man will mehr dazu erfahren und genau wissen, wie es denn nun die einzelne Zelle schafft, immer wieder diese Höchstleistungen zu bringen und wie die vielen Millionen Zellen in unserem Körper dabei kooperieren.

Insofern ist das Buch eines über Selbstmanagement, weil es sehr genaues Wissen vermittelt, wie jede einzelne Person dazu beitragen kann, gut für sich zu sorgen, um damit auf sehr gesunde Weise leistungsfähig zu bleiben. Die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit ist heute ein Erfolgsfaktor geworden, um mit Resilienz sowohl den vielen Herausforderungen der Umweltbelastung, als auch den selbst gesuchten Belastungen begegnen zu können.

Das Buch untermauert durch physiologisches Wissen, was ich aus psychologischer Sicht als Flow kenne. Flow ist die Fähigkeit in einem sehr energievollen Zustand, der eine große Herausforderung und doch zugleich keine Überforderung darstellt, aktiv zu sein. Das Gefühl des Flows ist, alles geht wie von selbst. Es bereitet Freude zu einer Höchstleistung zu kommen und sich produktiv zu erfahren. Wenn die Freude verloren geht, dann ist dies ein Zeichen, dass die Batterien im Körper leer werden. So schwer es fällt, es wäre sinnvoll diese Grenze achten zu lernen. Wenn wir bewusst sind, dass wir über die aktuellen Müdigkeitsgrenzen hinausgehen und in der Folge uns umso mehr regenerieren, dann sind diese Grenzen nur situative. Wenn wir uns jedoch gar nicht mehr erlauben die eigenen Körpergrenzen wahrzunehmen, zehren wir die eigenen Ressourcen immer mehr aus und die Fähigkeit des Körpers zur Regeneration wird immer geringer. Denn wenn wir ihm nicht die nötige Ruhe und die Mittel in Form von adäquater Nahrung zur Verfügung stellen, ist irgendwann die Folge: ausgebrannt!

Es handelt sich um ein sehr gelungenes Buch, das der Komplexität der psycho-physiologischen Prozesse sehr gerecht wird. In leicht verständlicher Sprache werden sehr differenziert Zusammenhänge erklärt und in Interviews mit unterschiedlichen Experten zu den einzelnen Themenspektren, wie Ernährung, Umgang mit den Bedürfnissen des Darmes, dem Bedürfnis nach Licht, der Notwendigkeit gesunder Bewegung und vieles mehr vertieft.

Übrigens, wenn Ihre Zellen über alle Vitalstoffe verfügen die Sie brauchen, dann zeigt sich das nicht nur in Vitalität, sondern auch in einem strahlenden Aussehen. Dafür könnte sich die Lektüre doch lohnen. Viel Spaß beim Lesen!